Wann sollte der Bootsmotor winterfest gemacht werden?
Die beste Zeit für die Einwinterung ist das Saisonende, direkt nach der letzten Ausfahrt. Dann ist der Motor noch warm, der Kraftstoff ist frisch und Restwasser lässt sich leichter erkennen. Wer wartet, bis der erste Frost kommt, riskiert Schäden, die sich im Frühjahr nur mit Aufwand beheben lassen.
Vorrang hat immer die Betriebsanleitung des eigenen Motors. Füllmengen, Ölsorten und Wartungsintervalle unterscheiden sich je nach Hersteller, Modell und Baujahr. Fehlt das Dokument, fragen Sie beim Hersteller oder beim Fachhändler nach der Unterlage für Ihren Motor. Die folgenden Schritte beschreiben den allgemeinen Ablauf und ersetzen diese Angaben nicht.

Warum lohnt sich eine vollständige Vorbereitung?
Ein Außenborder, der im Frühjahr nicht anspringt oder unrund läuft, kostet meist mehr Zeit als die Vorbereitung im Herbst. Die häufigsten Ursachen sind Wasser im Getriebe, ein verschlissener Impeller und Kraftstoff, der in Leitungen und Vergaser verharzt. Jede Kontrolle im Herbst senkt dieses Risiko spürbar.
Wie bereitet man den Außenborder vor dem Einwintern vor?
Spülen Sie den Motor nach Einsätzen im Salzwasser mit Süßwasser ab und entfernen Sie Salzreste an Gehäuse und beweglichen Teilen. Lassen Sie alles gut abtrocknen, bevor Sie den Motor abdecken, denn eingeschlossene Feuchte fördert Korrosion.
Prüfen Sie den Propeller auf Korrosion an der Welle und auf Beschädigungen. Kontrollieren Sie, ob ein Ersatz-Scherstift vorhanden ist. Bei Modellen mit vulkanisierter Gumminabe suchen Sie die Nabe nach Rissen ab. Die Propellermutter ziehen Sie von Hand fest und sichern sie mit einem Splint. Die Schaltwelle fetten Sie mit einem wasserfesten Fett und befestigen anschließend die Schaltstange wieder sicher.
Ob und wie der Kühlwasserkreislauf zu entleeren oder mit Frostschutz zu spülen ist, hängt vom Modell ab. Diesen Punkt klären Sie zwingend in der Betriebsanleitung, bevor der Motor eingelagert wird.
Wie prüfen Sie Getriebeöl und Impeller?
Das Getriebeöl sollten Sie je nach Nutzung alle ein bis zwei Jahre wechseln, im Zweifel jedes Jahr. Entleeren Sie das Getriebe über die Ablassschraube und fangen Sie das Altöl sauber auf. Beim Befüllen geben Sie das neue Öl über die Ablassschraube ein, bis es an der Entlüftungsschraube austritt. Danach schließen Sie beide Schrauben wieder. Die Ölsorte richtet sich nach der Betriebsanleitung.
Der Blick ins Altöl zeigt den Zustand des Getriebes. Ist das Öl milchig, ist Wasser eingedrungen. In diesem Fall sollte ein Fachmann das Getriebe prüfen, bevor Sie den Motor weiter einsetzen oder einlagern. Starten Sie den Motor nicht, solange die Ursache unklar ist.
Den Impeller kontrollieren Sie etwa alle zwei Jahre. Er sorgt für die Kühlwasserzufuhr. Ein beschädigter Impeller kann den Kühlkreislauf blockieren, und die Folgen sind Überhitzung und im schlimmsten Fall ein Kolbenklemmer. Reinigen Sie außerdem das Ansaugsieb von Schmutz und Ablagerungen. Tauschen Sie einen beschädigten Impeller gegen das vom Hersteller vorgesehene Ersatzteil.

Wie konservieren Sie Kraftstoff und Brennraum richtig?
Vor dem Einlagern mischen Sie einen Kraftstoffstabilisator mit Rostschutz in den Restkraftstoff. Dosierung und Eignung entnehmen Sie den Herstellerangaben. Beim Probelauf gelangt der Stabilisator in den Motor und schützt die Kraftstoffanlage. Bei Modellen mit fest verschweißtem Kraftstofffilter ersetzen Sie den Filter, statt ihn zu reinigen.
Starten Sie den Motor danach in einem Wasserbehälter, damit das Kühlsystem Wasser erhält. Unterbrechen Sie dann die Kraftstoffzufuhr, sodass die Leitungen leerlaufen. Kurz vor dem Abstellen ziehen Sie den Choke, damit der Rest im Vergaser oder in der Einspritzung verbrennt. Lassen Sie den Motor während des Probelaufs nie unbeaufsichtigt laufen und arbeiten Sie nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen, weil Abgase giftig sind.
Zum Schutz des Brennraums bauen Sie die Zündkerze aus und prüfen sie. Dunkle Ablagerungen deuten auf eine zu kalte Verbrennung oder auf ein ungeeignetes Öl hin. Aktivieren Sie den Killschalter, sodass der Motor nicht zünden kann. Sprühen Sie dann Korrosionsschutz in den Zylinder ein und drehen Sie den Propeller einige Male von Hand durch. Halten Sie dabei die Hände vom Propeller fern. Danach bauen Sie die Zündkerze wieder ein.
Was ist beim Viertaktmotor zusätzlich zu tun?
Beim Viertakter kommen Motoröl, Ölfilter und gegebenenfalls der Zahnriemen hinzu. Wann diese Teile fällig sind, bestimmen die Betriebsstunden und die Herstellerangaben, nicht allein der Kalender. Wechseln Sie das Motoröl deshalb vor der Einlagerung, wenn der Wartungsplan es vorsieht, da Altöl Säuren und Verunreinigungen enthält.
Die Ventileinstellung überlassen Sie am besten einer Werkstatt. Das gilt besonders, wenn Sie die Vorgaben des Herstellers nicht genau kennen. Auch beim Viertakter gilt: Der Motor muss sauber und trocken eingelagert werden, sonst verfehlt die Konservierung ihren Zweck.
Wann gehört der Motor in die Werkstatt?
Eine Fachwerkstatt sollte den Motor untersuchen, wenn das Getriebeöl milchig ist, wenn der Impeller beschädigt war oder wenn der Motor vorher überhitzt ist. Dasselbe gilt für Arbeiten an der Ventilsteuerung und für unklare Befunde am Getriebe.
Während der Garantiezeit lassen Sie Arbeiten nur von einer autorisierten Werkstatt ausführen. So vermeiden Sie Streit über Gewährleistungsansprüche. Für den Frühjahrsstart gilt: Prüfen Sie vor dem ersten Lauf den Ölstand, den Kraftstoff und die Kühlwasserzufuhr. Starten Sie den Motor nicht wiederholt, wenn er nicht anspringt. Bei ungewöhnlichem Rauch, ungewöhnlichen Geräuschen oder Überhitzung stellen Sie ihn sofort ab und lassen ihn prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Reicht eine Abdeckung aus, um den Motor über den Winter zu schützen?
Nein. Eine Abdeckung hält Staub, Regen und Laub fern, ersetzt aber weder die Kontrollen noch die Konservierung von Kraftstoff und Brennraum. Feuchte unter der Abdeckung kann Korrosion begünstigen, deshalb sollte der Motor vor dem Abdecken trocken sein.
Kann ich den Motor selbst einwintern, wenn ich wenig Erfahrung habe?
Die Grundschritte sind mit der Betriebsanleitung gut machbar. Bei Arbeiten am Getriebe mit Wasserverdacht, an der Ventilsteuerung oder bei unklarem Befund sollten Sie eine Fachwerkstatt beauftragen.
Was tun, wenn der Motor im Frühjahr nicht richtig läuft?
Starten Sie ihn nicht wiederholt. Prüfen Sie zuerst Ölstand, Kraftstoff und Kühlwasserzufuhr. Bei Rauch, auffälligen Geräuschen oder Überhitzung stellen Sie den Motor sofort ab und lassen ihn von einer Werkstatt untersuchen.