Welche Grundknoten sollte jeder Segler können?
Wer segelt, braucht eine kleine Auswahl an Knoten, die unter Last zuverlässig halten und sich danach wieder öffnen lassen. In gängigen Segelratgebern gelten als Grundausstattung der Palstek, der Webeleinenstek, der Kreuzknoten mit zwei halben Schlägen, der Schotstek und der Stopperstek. Ergänzt wird diese Auswahl durch den Achtknoten als Endknoten.
Die eigentliche Kernfertigkeit ist allerdings nicht der einzelne Knoten, sondern das richtige Werfen und Belegen der Festmacher. Ein Knoten, der am Steg oder an Bord falsch sitzt, hilft im Ernstfall nicht weiter.
Eine amtliche oder verbindliche Liste, die für jede Prüfung gilt, gibt es nach den verfügbaren Quellen nicht. Welche Knoten im Kurs oder bei einer Prüfung verlangt werden, legen der Ausbildungsbetrieb und die Prüfungsstelle fest. Im Zweifel lohnt die Nachfrage beim Segelverein oder beim zuständigen Verband.

Wie steckt man den Palstek als feste Schlinge?
Der Palstek bildet eine feste Schlinge am Leinenende. Er zieht sich unter Last nicht zu und behält seine Größe, solange das freie Ende richtig liegt. Das wichtigste Detail ist deshalb, dass das freie Ende neben dem Knoten am stehenden Part anliegt. Liegt es frei oder locker, kann sich der Knoten lösen oder verengen.
Das Vorgehen in Kürze: Man legt zunächst eine kleine Schlaufe in die Leine. Danach führt man das freie Ende von unten durch diese Schlaufe, um den stehenden Part herum und anschließend zurück durch die Schlaufe. Vor dem Belasten prüft man, ob der Knoten die richtige Form hat und das Ende anliegt.
Der Palstek ist ein vielseitiger Allrounder, etwa zum Befestigen einer Leine an einem Ring oder Poller. Gerade weil die Schlinge stabil bleibt, eignet er sich für Aufgaben, bei denen sich die Leine nicht zuziehen darf.
Wie befestigt man Leinen mit Webeleinenstek und halben Schlägen?
Der Webeleinenstek, im Wassersport oft auch Fenderknoten genannt, befestigt eine Leine an einem Gegenstand wie einer Stange, einem Ring oder einem Relingsstütze. Er besteht aus einem Rundtörn und zwei halben Schlägen, mit denen das Ende gesichert wird. Der Knoten ist schnell gelegt und gut lösbar, wenn er nicht unter hoher Last steht.
Zum Kreuzknoten mit zwei halben Schlägen: Er verbindet zwei Leinenenden gleicher Stärke. Die Enden werden über Kreuz gelegt und jeweils mit einem halben Schlag gesichert. Wird er falsch gelegt, etwa als sogenannter Altweiberknoten mit gleichsinnig liegenden Enden, kann er sich unter Last von selbst lösen. Richtig zugezogen lässt er sich nach starker Belastung allerdings nur schwer öffnen.
Beim Festmachen gilt daher: Knoten nach dem Setzen kontrollieren, die Enden ausreichend lang lassen und Leinen von Hand auf Zug prüfen, bevor man das Boot verlässt.
Wann verbindet der Schotstek besser als der Kreuzknoten?
Der Schotstek verbindet zwei Leinen unterschiedlicher Dicke. Der Kreuzknoten ist dafür nicht gedacht, weil er für Enden gleicher Stärke ausgelegt ist. Bei deutlich verschiedenen Durchmessern, etwa einer dicken Trosse und einer dünnen Leine, ist der Schotstek die passende Wahl.
Bei stark unterschiedlichen Durchmessern empfiehlt sich der doppelte Schotstek. Er hat eine zusätzliche Windung am Ende und hält dadurch besser. Er muss jedoch sorgfältig zugezogen werden, sonst kann er unter Last rutschen. Nach dem Zuziehen sollte man den Knoten kurz unter Zug prüfen und die Enden nicht zu kurz lassen.
Wichtig ist außerdem, dass man das Tauwerk nicht über seine Belastungsgrenze hinaus beansprucht. Die Angaben des Herstellers zu Tauwerk und Beschlägen gehen hier vor, eigene Schätzungen sind keine verlässliche Grundlage.

Wie sichern Achtknoten und Stopperstek Leinen?
Der Achtknoten ist ein Endknoten. Er wird am Ende einer Schot oder Fall gelegt und verhindert, dass die Leine durch Blöcke oder Ösen ausläuft. Er ist einfach zu knüpfen und lässt sich nach Gebrauch leicht öffnen.
Der Stopperstek erfüllt eine andere Aufgabe. Er hält eine Leine nur unter Last fest und lässt sich ohne Last verschieben. Man nutzt ihn vor allem, um eine Schot an der Winsch kurz zu entlasten, bevor man sie umbelegt oder löst. Da er nur unter Last greift, darf man sich nicht allein darauf verlassen, dass er eine Leine dauerhaft hält.
Beim Einsatz von Stoppern gilt: Den Knoten vor jeder Belastung kontrollieren, nicht unter Zug nachziehen und nie die Hand in den Bereich zwischen Knoten und Winsch bringen, während die Leine unter Last steht.
Wie belegt man Festmacher richtig an der Klampe?
Belegen bedeutet, die Leine so an der Klampe zu befestigen, dass sie unter Zug gehalten wird und sich trotzdem jederzeit lösen lässt. Man führt die Leine achtförmig um die Hörner der Klampe, bis der Zug sicher aufgenommen ist, und schließt mit einem halben Schlag ab, der sich unter Last nicht verklemmt.
Ein häufiger Fehler ist, die Leine nur lose um das Horn zu legen oder Gegenzüge nicht zu beachten. Dann kann sich die Leine während des Ablegens oder bei wechselndem Wind selbst lösen oder verklemmen.
Beim Belegen stehen Hände und Finger nie zwischen Leine und Klampe, und man bleibt nicht im Bereich einer Leine, die unter hohem Zug steht. Wer einen steifen Knoten öffnen muss, nimmt zuerst den Zug von der Leine und zerrt nicht, sondern lockert ihn mit einer Ahle oder einem Spleißwerkzeug.
Wie übt man Knoten, bis sie sitzen?
Zum Üben eignet sich ein Stück Tauwerk gleicher Stärke, das man an einem Tisch oder Pfosten befestigt. Man beginnt mit einem Knoten, bis er ohne Nachdenken gelingt, und wiederholt ihn dann mehrmals. Danach übt man das Lösen, denn ein Knoten, der sich nicht mehr öffnen lässt, ist im Notfall unbrauchbar.
Beim Üben sollte man die Leinen auf ihren Zustand prüfen. Ausgefranste, verschmutzte oder durch UV-Strahlung geschwächte Stücke gehören nicht an Bord und nicht in den Übungskasten. Wer mit verschiedenen Durchmessern übt, stellt zudem fest, wie sich dünne und dicke Leinen unterschiedlich verhalten.
Wann ein Knoten sicher genug ist, lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten. Entscheidend ist, dass er ohne Hilfsmittel gelegt, kontrolliert und unter leichtem Zug geprüft werden kann. Für Belastungen, die über das Festmachen hinausgehen, gelten die Angaben des Tauwerkherstellers und die Empfehlungen des Ausbildungsbetriebs.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich alle Grundknoten für die Prüfung beherrschen?
Das legt der Ausbildungsbetrieb oder die Prüfungsstelle fest. Im Zweifel fragt man vorab nach dem Prüfungsumfang.
Kann ich einen Knoten, der sich festgezogen hat, mit Gewalt lösen?
Nein. Man nimmt zuerst den Zug von der Leine und lockert den Knoten mit einer Ahle oder einem ähnlichen Werkzeug.
Welches Übungstau eignet sich für den Anfang?
Ein Stück Tauwerk gleicher Stärke, das nicht ausgefranst oder geschwächt ist. Die Angaben des Herstellers zur Verwendung gelten.