Was ist eine Notboje und wofür braucht man sie?

Eine Notboje, im Alltag oft Rettungsboje genannt, ist ein schwimmfähiges Rettungsmittel, das eine Person im Wasser sofort erreichen kann, wenn sie über Bord geht. Sie hält den Verunglückten über Wasser, bis er wieder an Bord geholt wird, und markiert die Stelle, an der er treibt. Gängig sind Kronen- und Hufeisenbojen. Modelle mit Griffen sind im Vorteil, weil man sich an ihnen festhalten kann.

Wichtig ist die Einordnung: Die Boje ersetzt weder die persönliche Rettungsweste noch die Übung an Bord. Ihren Wert entfaltet sie nur, wenn der Einsatz vorbereitet ist.

Was ist eine Notboje und wofür braucht man sie?

Welche Pflichten gelten in Deutschland, und welche nur regional?

Eine bundesweite Pflicht zur Notboje auf Segelbooten habe ich in den geprüften Quellen nicht gefunden. Die Fachzeitschrift YACHT hält in ihrem Artikel vom 13. Mai 2023 fest, dass es eine Ausrüstungspflicht für Sportboote „im Wortsinne nicht“ gibt. Für Privatyachten gilt die seemännische Sorgfaltspflicht. Nach dieser Darstellung droht ein Bußgeld nicht allein wegen fehlender Ausrüstung, sondern erst dann, wenn eine Gefährdung hinzukommt. Ein Versicherer kann jedoch bei fehlender empfohlener Ausrüstung mit fahrlässigem Verhalten argumentieren, wenn ein Schaden entsteht.

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Verbindliche Zahlen gibt es regional. Auf dem Bodensee verlangt Artikel 13.20 der Bodensee-Schifffahrtsordnung von Segelfahrzeugen, dass jede Person ab 40 kg Körpergewicht eine Rettungsweste mit Kragen und mindestens 100 N Auftrieb mitführt. Segelfahrzeuge mit festem Ballast müssen zusätzlich ein geeignetes Rettungswurfgerät mit mindestens 100 N Auftrieb und eine schwimmfähige Wurfleine von mindestens 10 m Länge an Bord haben. Westen nach EN ISO 12402 werden anerkannt, wenn ihr Mindestauftrieb dem Körpergewicht des Trägers entspricht. Diese Werte gelten nur auf dem Bodensee, nicht auf Nord- oder Ostsee und nicht auf Flüssen.

Klären Sie daher für Ihr Revier, welche Gewässerordnung gilt. Fragen Sie bei der zuständigen Wasserschutzpolizei oder beim Revier vor Ort nach und prüfen Sie Ihre Versicherungsbedingungen, bevor Sie die Ausrüstung festlegen.

Wo sollte die Notboje an Bord liegen?

Die Notboje gehört dorthin, wo Sie im Ernstfall ohne Umweg hinkommen: vom Steuerplatz aus erreichbar, möglichst am Heck oder im Cockpit, und so, dass Sie sie greifen können, ohne sich über die Reling zu lehnen. Verstauen Sie sie nicht in Backskisten, unter Polstern oder hinter Schotten, aus denen sie erst befreit werden müsste.

Achten Sie außerdem auf einen Platz, an dem die Boje bei Krängung oder Wellenschlag nicht herunterfällt oder unbemerkt über Bord geht. Die Leinenführung sollte frei sein, damit sie sich nicht in Schoten, Fallen oder Wanten verfängt, wenn Sie sie brauchen.

Wie befestigt man die Notboje griffbereit?

Die Befestigung entscheidet darüber, ob die Boje im Ernstfall tatsächlich zur Hand ist. Verwenden Sie die vom Hersteller vorgesehene Halterung und die dafür bestimmten Befestigungspunkte. Eigene Improvisationen mit Tauwerk oder Klettband sind nur vertretbar, wenn der Hersteller sie nicht ausschließt und Sie deren Tragfähigkeit geprüft haben.

Die Halterung sollte so gebaut sein, dass Sie die Boje mit einem Handgriff lösen können, auch mit nasser Hand und bei Schräglage. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Befestigung diese Anforderung erfüllt, lassen Sie sie vom Hersteller bestätigen, statt auf Gefühl zu vertrauen.

Wie befestigt man die Notboje griffbereit?

Wann sollte man die Ausrüstung prüfen?

Prüfen Sie die Notboje vor jeder Saison und zusätzlich nach jedem Einsatz oder nach starker Belastung. Achten Sie auf Risse, Verformungen, UV-Schäden und Scheuerstellen an der Leine. Kontrollieren Sie außerdem Halterung und Befestigungspunkte auf Korrosion und Lockerung.

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Das Leuchtmittel muss funktionieren. Bei batteriebetriebenen Modellen gehören Batterien und Verfallsdaten zur Kontrolle. Halten Sie sich an die Angaben des Herstellers zu Wartung, Austausch und Lagerung, denn sie gelten für Ihr konkretes Produkt. Haben Sie Zweifel an Auftrieb oder Funktion, ersetzen Sie das Gerät, statt es weiter zu nutzen.

Was gehört zur Wurfleine und zum Licht?

Die Wurfleine ist kein Beiwerk. Sie sollte schwimmfähig und griffig sein und so verstaut werden, dass Sie sie ohne Suche greifen können. Prüfen Sie das Leinenende auf Ausfransen und achten Sie darauf, dass die Leine nach dem Gebrauch nicht unordentlich im Schapp verschwindet.

Bei Dunkelheit und schlechter Sicht ist eine Boje ohne Leuchte kaum zu finden. Achten Sie auf eine Lampe, die sich selbstständig einschaltet, sobald sie ins Wasser gelangt, oder auf eine Leuchte, die Sie von Hand auslösen können. Ob ein Gerät das leistet, steht in der Herstellerdokumentation; prüfen Sie es vor dem Törn, nicht erst nach dem Unglück. Ein Notfallsender an der Weste ergänzt das Licht und hilft, die Person wiederzufinden.

Wie läuft die Rettung bei Mann über Bord ab?

Die Reihenfolge ist entscheidend. Rufen Sie sofort „Mann über Bord!“, damit die gesamte Crew alarmiert ist. Eine Person zeigt dauerhaft auf den Verunglückten und behält ihn im Blick; ist ein Ausguck besetzt, gibt er dem Rudergänger die Richtung vor. Werfen Sie die Notboje sofort und drücken Sie die MOB-Taste des Plotters, sobald sie erreichbar ist, damit die Unglücksstelle gespeichert wird. Stellen Sie danach eine Leinenverbindung zum Verunglückten her, egal ob mit Festmacher oder Schot. Hauptsache, sie besteht sofort.

Dann wählen Sie das Manöver. Ein perfektes Standardmanöver gibt es nicht. Ob Q-Wende oder Quickstop passt, hängt von Schiff, Crew, Wind und Welle ab. Zur Bergung wird die Leine in die Liftschlaufe der Weste eingepickt, der Verunglückte zum Heck geführt und über die Badeleiter an Bord gebracht. Eile ist geboten, denn Erschöpfung und Unterkühlung sind lebensbedrohlich. Springen Sie selbst nicht hinterher, ohne angeleint zu sein.

Das Manöver ist nur so gut wie seine Übung. Planen Sie jede Saison einen Übungstermin mit dem eigenen Boot ein, denn jede Yacht verhält sich beim Beiliegen anders. Verabreden Sie Handzeichen, prüfen Sie Schäkel, Schoten und Fallen und üben Sie, die Boje mit dem Bootshaken aufzunehmen.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich, ob eine Notboje zu meinem Boot passt?

Vergleichen Sie die Herstellerangaben zu Einsatzbereich, Auftrieb, Befestigung und Leuchte mit Ihrem Boot und Revier. Fragen Sie im Zweifel den Hersteller oder einen Fachbetrieb, bevor Sie kaufen oder montieren.

Darf ich die Notboje dauerhaft am Heck montieren?

Nur wenn der Hersteller diese Montage vorsieht und die Boje dort jederzeit erreichbar bleibt. Eine Montage, die Ihnen den Zugriff erschwert oder bei Wind und Wellen klappert, ist ungeeignet.

Was sollte ich tun, wenn ich allein segle?

Allein segelnde Personen sollten Lifeline und Rettungsweste konsequent nutzen und sich beim Arbeiten an Deck anleinen. Ein Notfallsender an der Weste ist sinnvoll. Die Notboje ersetzt diese Vorkehrungen nicht, sondern ergänzt sie.