Am Steg legt man ein Boot mit Vorleine, Achterleine und Springs fest. Diese Leinen begrenzen Vor- und Zurückbewegung und halten den Rumpf auf Abstand zum Steg. Entscheidend sind die richtige Leinenführung, ein Knoten, der zur Last passt, und sicheres Belegen an Klampe oder Poller. Welche Regeln am Ufer gelten, hängt vom Gewässer und vom Hafen ab.

Welche Leinen braucht man am Steg?

Die Vorleine läuft vom Bug schräg nach vorn zum Steg und verhindert, dass das Boot achteraus treibt. Die Achterleine führt vom Heck nach achtern und hält gegen Vorwärtsdrift. Springs verlaufen über Kreuz: der Vorspring vom Bug nach achtern, der Achterspring vom Heck nach vorn. Sie begrenzen die Längsbewegung, wenn das Boot im Wellenschlag arbeitet.

Keine einzelne Leine trägt die Last allein. Vorleine, Achterleine und Springs zusammen verteilen den Zug auf mehrere Punkte am Steg. Länge und Durchmesser richten sich nach Bootsgröße und Stegbauart. Verbindliche Angaben stehen in der Herstellerdokumentation des Bootes oder in der Vorgabe des Hafenbetreibers, nicht in einer Faustregel.

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Welche Leinen braucht man am Steg?

Wie belegt man an Klampe oder Poller richtig?

An einer Klampe wird im Klampenschlag belegt. Die Leine läuft zunächst in Achtertouren zwischen den Hörnern hin und her; danach sichert ein Kopfschlag über ein Horn die Leine. Lösen Sie beim Ablegen zuerst den Kopfschlag, dann die Achtertouren, so bleibt die Leine kontrolliert.

Festmacher belegt man so, dass der Nachbar seine Leine bequem lösen kann. Die Leine sollte nicht über scharfe Kanten laufen und die Klampe nicht über ihre vorgesehene Belastung hinaus beanspruchen. Gibt es am Steg nur Poller statt Klampen, wählen Sie Palstek oder Webeleinstek, wie im folgenden Abschnitt beschrieben.

Welcher Knoten passt wann?

Am Steg kommen vier Verbindungen besonders häufig vor. Welche geeignet ist, hängt von Dauer, Last und Zugang ab.

Der Palstek bildet ein Auge, das sich unter Last nicht zuzieht. Dazu legt man zuerst das Auge, führt das lose Ende von unten durch das Auge, um das stehende Ende herum und zurück in das Auge. Er eignet sich zum Festmachen an Pollern und Ringen, auch für längere Liegezeiten, sofern Sie die Leine regelmäßig kontrollieren.

Der Webeleinstek ist schnell gebunden und hält an Pfahl oder Reling. Die Leine wird zweimal um das Objekt geführt, die zweite Lage über die erste gekreuzt und das Ende unter den Gängen festgesetzt. Unter wechselnder Last kann er verrutschen. Er bleibt deshalb für provisorische Befestigungen und kurze Aufenthalte, nicht für die dauerhafte Lösung am Steg.

Der Rundtörn mit zwei halben Schlägen hält unter Last zuverlässig und lässt sich danach leicht lösen. Er ist für kurzfristige Verbindungen gedacht, nicht für unbeaufsichtigtes Festmachen über längere Zeit.

Zusammengefasst: Palstek für Poller und Ringe, Klampenschlag für Klampen, Webeleinstek und Rundtörn für kurze Zeit und wenn Sie anwesend bleiben.

Wie legt man bei Wind und Strom an?

Wind und Strom bestimmen, welche Leine zuerst belegt wird. Weht der Wind das Boot vom Steg weg, sollte die Vorleine früh fest sein, damit das Boot nicht abtreibt, bevor die übrigen Leinen stehen. Drückt der Wind das Boot auf den Steg, schützen Fender den Rumpf, und die Springs begrenzen den Anlauf.

Beim Anlegen gegen die Strömung bewegt sich das Boot langsamer über Grund, was die Kontrolle erleichtert. Leinen legt man vor dem Anlegen klar, damit im entscheidenden Moment keine Hand fehlt. Den Motor korrigiert man nur mit kleinen Schüben; wer hart aufstoppt, riskiert, dass Leinen und Beschläge überlastet werden.

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Warum helfen Bootshaken und Leinenfädler beim Festmachen?

Ein Bootshaken erreicht Poller und Klampen am Steg, ohne dass man sich weit über das Wasser lehnen muss. Das verringert das Risiko, beim Anlegen ins Wasser zu fallen.

Festmacher-Hilfen gibt es in drei Systemen: Leinenfädler, Karabiner und Leinenklemme. Ein Karabiner muss beim Ablegen auf dem Steg ausgehakt werden. Wer Leinen schnell loswerfen will, ist mit einem Einfädler besser bedient. Ein Festmacher mit eingespleißtem Auge lässt sich mit einer Fädelhilfe leichter nutzen, weil Knoten das Einfädeln behindern können. Zulassung und zulässige Belastung einer Leinenklemme entnehmen Sie der Herstellerdokumentation.

Warum helfen Bootshaken und Leinenfädler beim Festmachen?

Worauf kommt es bei der Sicherheit an?

Greifen Sie nie in die Bucht oder das Auge einer Leine, die unter Last steht. Reißt sie oder rutscht der Knoten, kann sie mit hoher Kraft zurückschlagen. Stehen Sie beim Belegen nicht zwischen Boot und Steg und nicht in der Schlaufe einer gespannten Leine.

Zum Ablegen lösen Sie zuerst alle Leinen und drücken das Boot erst dann vom Steg weg. Ein Boot, das nur von einem vergessenen Knoten oder Karabiner gehalten wird, kann sich beim Ablegen unkontrolliert bewegen.

Welche Fehler sollten Sie vermeiden?

Häufig werden Leinen zu kurz oder zu straff gesetzt. Dann kann ein Wasserstandswechsel oder Wellenschlag die Leine überlasten. Ebenfalls problematisch sind Festmacher, die über scharfe Kanten laufen, und Knoten, die sich unter Last nicht mehr öffnen lassen.

Sichtbare Scheuerstellen oder Faserbrüche sind ein klarer Grund, eine Leine aus dem Einsatz zu nehmen. Setzen Sie eine Ersatzleine ein, bevor Sie das Boot unbeaufsichtigt lassen.

Wo ist Festmachen rechtlich erlaubt?

Auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes regelt die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung das Festmachen am Ufer. Nach § 7.04 Nr. 1 darf ein Fahrzeug nicht am Ufer festmachen auf einem Schifffahrtskanal, in einem Schleusenkanal oder auf einer Strecke mit allgemeinem Festmacheverbot. Dasselbe gilt auf einer Strecke, die mit Zeichen A.7 gekennzeichnet ist, auf der Seite, auf der das Zeichen steht.

Nach Nr. 2 ist Festmachen auf einer Strecke mit Verbot nach Nr. 1 Buchstabe a nur an Stellen mit Zeichen E.7 oder E.7.1 erlaubt, und zwar auf der Seite des Zeichens. Nach Nr. 3 dürfen Bäume, Geländer, Pfähle, Grenzsteine, Säulen, eiserne Leitern, Handläufe oder ähnliche Gegenstände weder zum Festmachen noch zum Verholen benutzt werden.

Auf Seeschifffahrtsstraßen gelten andere Regeln. In Häfen bestimmt die Hafen- oder Liegeplatzordnung des Betreibers, ob und wie ein Boot liegen darf. Prüfen Sie den aktuellen Wortlaut vor der Fahrt auf gesetze-im-internet.de und beachten Sie die Hinweise vor Ort.

Häufig gestellte Fragen

Wie setzt man Festmacher an einer Muringboje an?

Die Boje nimmt man meist mit dem Bootshaken auf und führt die Leine durch den Ring oder die Öse der Boje. Die Vorgaben des Betreibers und die Herstellerangaben zur Boje haben Vorrang.

Darf ein Boot im Hafen unbeaufsichtigt am Steg liegen?

Das richtet sich nach der Hafenordnung des Betreibers. Fehlt eine ausdrückliche Regel, belegen Sie das Boot so, dass es bei einem Wetterwechsel nicht losreißt, und fragen Sie beim Hafen nach.

Wie passt man Leinen an den Tidenhub an?

Die Leinen müssen so bemessen sein, dass das Boot mit dem Wasserstand steigt und fällt, ohne dass eine Leine straff steht. Konkrete Längen geben der Hafen oder die Herstellerdokumentation an.

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